Auf der Ideenkarte konnten alle Bewohnerinnen und Bewohner im Zeitraum vom 15. Februar bis 14. März 2021 eigene Hinweise und Vorschläge zur zukünftigen Entwicklung des Dichterquartiers eintragen und beschreiben. Diese „Bestandsaufnahme“ zeigt erste Anhaltspunkte, an welchen Stellen der „Schuh drückt“. Es wurden Missstände benannt und Veränderungswünsche geäußert.

Insgesamt wurden 103 Beiträge in die Karte eingetragen, dazu 253 positive „Gefällt mir“ und 12 negative „Gefällt mir nicht“ Bewertungen abgegeben sowie 12 Kommentare geschrieben. Des Weiteren wurden 35 Beiträge per Postkarte eingereicht. Wir haben die Ideen in vier Themenfelder gegliedert und in Unterkategorien zusammengefasst:

A Wohnen und Städtebau

Sauberkeit erhöhen: Als zentrales Anliegen wird die vernachlässigte Sauberkeit im Quartier genannt. Unter der mangelhaften Müllentsorgung (Hausmüll, Sperrmüll, Schrottautos) leide das öffentliche Erscheinungsbild des gesamten Quartiers. Die Situation führe zu einem Schädlingsproblem sowohl im öffentlichen Raum als auch auf privaten Flächen und erhöhe die Bereitschaft zum Vandalismus.

Stadträume erneuern: Des Weiteren werden bauliche Veränderungen genannt. Gewünscht werden die Umgestaltung des mittlerweile verwahrlosten „Schlecker-Gebäudes“ an der Georg-Herwegh-Straße, die Errichtung eines zentralen Quartiersplatzes und auch die farbliche oder thematische Gestaltung von Hausfassaden.

Wegeverbindungen stärken: Angesprochen werden die teilweise schlechten Gehwege, die nur indirekt vorhandenen Fußwegeverbindungen zum Hauptbahnhof und auch der schmale Treppenzugang zum ESV-Sportgelände.

B Grünflächen und Spielplätze

Spielflächen und Aufenthaltsorte aufwerten: Es wird angemerkt, dass die wenigen Spielflächen im Quartier für Kinder im Kita- und Grundschulalter schlecht ausgestattet seien. Es fehle an wohnungsnahen Spielbereichen für Kleinkinder, anspruchsvollen Spielgeräten für ältere Kinder und altersgerechten Sitzmöglichkeiten. Die Spielorte seien zudem ungepflegt und zum längeren Verweilen sehr unattraktiv.

Bepflanzung und Pflege der Grünflächen verbessern: Insgesamt sollten die vorhandenen Grünflächen durch Baumpflanzungen, einheimische Solitärsträucher und verwilderte Wiesenbereiche ökologisch aufgewertet werden. Ebenso genannt werden die Entsiegelung und Begrünung von Straßen und Kfz-Stellplatzanlagen. Gewünscht werden das Aufstellen von Brut- und Nistkästen oder auch Insektenhotels sowie das Anlegen von Gemüsebeeten.

Freizeitsportanalgen modernisieren: Es werden beispielhaft Sportarten wie Basketball, Parcour, Tischtennis, Fußball, Laufen, Skaten genannt, für die Angebote geschaffen werden sollten. Gewünscht wird auch eine Beleuchtung für die Herbst- und Wintermonate. Insgesamt geht es um eine Erneuerung und Modernisierung des Südwest-Sportfeldes für den Freizeitbereich. Dazu sollten auch Grillbereiche und Toilettenanlagen gehören sowie die Instandsetzung der Wege.

C Mobilität und Straßenraum

Autoparken besser organisieren: Als ein großes Problem wird das Abstellen privater Autos im Straßenraum beschrieben. Gehwege und Feuerwehrzufahrten würden zugeparkt, Autos auf Grünflächen abgestellt. Gewünscht werden Autosperren auf dem Gehweg und die Einführung von Bewohnerparkausweisen, um das Parken von Angestellten und Pendlern im Wohngebiet zu unterbinden, sowie die Errichtung von Quartiersparkdecks. Des Weiteren wären Ladestationen für E-Autos wünschenswert.

Verkehrssicherheit erhöhen: Trotz Tempo 30-Zone werde vielfach zu schnell gefahren. Gewünscht werden Bodenwellen, Zebrastreifen für den Schulweg sowie das Einrichten von Hohl- und Bringzonen an Grundschule und Kitas. Die Verkehrssituation am Edeka sei vor allem für ältere und jüngere Menschen sehr unübersichtlich. Auf der Saarlandstraße wird eine dauerhafte Geschwindigkeitskontrolle als notwendig gesehen.

Fuß- und Radwege verbessern: Die Plattenbeläge vieler Gehwege im Quartier seien baulich erneuerungsbedürftig (Stolperfallen). Gewünscht werden eine Beleuchtung des Radwegs entlang der Bahngleise sowie die Öffnung des Posttunnels für Fußgänger und Radfahrer zur besseren Erreichbarkeit der Hochschule und des Naherholungsgebiets Große Blies.

D Soziale Angebote und Zusammenleben

Angebote für alle Alters- und Zielgruppen initiieren: Genannt werden sowohl Unterstützungen wie Freizeit- und Hausaufgabenangebote für Kinder nachmittags und am Wochenende als auch Aktionen wie die Veranstaltung von nachbarschaftlich orientierten Floh- und Tauschmärkten oder Tanzkaffees für Senior*innen. Thema sind auch das Aufstellen von Bücherschränken oder die Ansiedlung einer Zweigstelle der Stadtbibliothek.

Treffpunkte für verschiedene Altersgruppen schaffen: Genannt werden ein Nachbarschaftscafé als Begegnungsstätte für soziale Kontakte und Räume für Jugendliche und junge Erwachsene.

Nahversorgung stärken: Die fußläufige Versorgung sollte ergänzt und gestärkt werden etwa durch Apotheke, Geldautomat, DHL- und Poststation.

 

Sie haben über den untenstehenden Button die Möglichkeit, die eingereichten Beiträge anzusehen. Das Hinzufügen weiterer Anregungen ist nicht mehr möglich. Wir halten Sie auf dieser Website jedoch über weitere Beteiligungsmöglichkeiten auf dem Laufenden.

„Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken“, so steht es in Artikel 12 und 13 der UN-Kinderrechts-konvention. Dieses Recht steht ihnen auch im Rahmen der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) zu, denn schließlich betrifft die Umgestaltung des Wohnumfeldes im Dichterquartier auch die Spiel- und Freizeitflächen, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Aus diesem Grund hat das Quartiersmanagement in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro und der Straßensozialarbeit in diesem Sommer verschiedene Beteiligungsformate für diese Zielgruppe angeboten.

Kinderbeteiligung

Befragt wurden Kinder im Rahmen einer Ferienspielaktion in der Evangelischen Jugend Ludwigshafen sowie Schüler*innen der Klasse 3c der Grundschule Albert-Schweitzer. Außerdem fanden Spielplatzbegehungen statt. Die Kinder haben die Spielgeräte selbst getestet und konnten Verbesserungsvorschläge und eigene Ideen äußern. Unter die Lupe genommen wurden die Spielflächen in der Georg-Büchner-Straße, in der Saarlandstraße und am Ende der Stifterstraße in der Kleingartenanlage. Dass die Spielplätze von Bäumen umgeben sind und somit neben sonnigen auch schattige Plätze vorhanden sind, kam gut an. Der Spielplatz in der Saarlandstraße hat die besten Noten bekommen, denn hier gibt es Spielgeräte für große und kleine Kinder, doch fehlen Spielelemente zum Klettern und Hangeln. Außerdem wurde bemängelt, dass einige Spielgeräte beschmiert waren. Der Spielplatz in der Georg-Büchner-Straße wird als langweilig beschrieben, denn hier fehlt die Abwechslung und z.B. ein großes Klettergerüst. Wichtig sind den Kindern zudem mehr Bänke zum Verweilen und vor allem Mülleimer, denn auf allen drei Spielflächen fanden sie eine Menge Müll.

Jugendbeteiligung

Auch Jugendliche, die in dem Quartier wohnen, wurden befragt, wo und wie sie ihre Freizeit im Dichterquartier gestalten. Die Jugendlichen konnten über ihre Aufenthaltsorte berichten und Verbesserungsvorschläge benennen. Viele der befragten Jugendlichen treffen sich regelmäßig im Sportpark am Südweststadion zum Fußballspielen. Sie beteiligen sich an der buntkicktgut – interkulturellen Straßenfußball-Liga Ludwigshafen und wünschen sich freizugängliche Fußballtore im Sportpark. In einer Begehung vor Ort wurden auch Plätze und Aufenthaltsorte der Jugendlichen auf ihre Attraktivität überprüft. Sitzmöglichkeiten und ein Basketballkorb im Quartier sind vorhanden, aber durchaus verbesserungswürdig, denn der Boden am Basketballplatz sei uneben.

Die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung fließen mit in das ISEK ein. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Sozialer Zusammenhalt“ sollen in den kommenden Jahren Fördergelder beantragt werden, um die Wohn- und Lebenssituation im Quartier zu erhöhen. Bei der konkreten Umgestaltung der Spiel- und Freizeitflächen sollen die Kinder und Jugendlichen erneut beteiligt werden, denn das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Menschen- und somit auch ein Kinderrecht.